"Endspiel" in Bad Vilbel
Gegen Dornheim soll der Abstieg aus der Verbandsliga verhindert werden - Auch Kalbach zittert noch
Nach dem Hin und Her über den Abstieg aus der Hessenliga bleibt es in der Fußball-Verbandsliga Süd nun bei zwei Direktabsteigern. Um den Relegationsplatz zwei kämpfen noch Rot-Weiß Darmstadt und die Sportfreunde Seligenstadt.



Bestreiten mit ihren Teams heute entscheidende Spiele gegen den Abstieg: Der Kalbacher Sebastian Spisla (links) und Bad Vilbels Giuliano Custoza.
(Foto: Klein)
  Frankfurt. Der SV Somborn ist seit Monaten abgeschlagen Tabellenletzter und nicht mehr zu retten, die SG Dornheim (34 Punkte/Tordifferenz -7) muss am heutigen Samstag (15 Uhr) beim FV Bad Vilbel (36/-24) gewinnen, um doch noch den Sturz in die Gruppenliga zu verhindern. Und dann wäre für den Tabellenvorletzten sogar noch der Sprung vor den Relegationsplatz drin, nämlich bei Niederlagen des FC Kalbach (37/-19) gegen Neu-Isenburg oder des FC Alsbach (37/-18) gegen Viktoria Griesheim.

Derweil besiegte in einem vorgezogenen (bedeutungslosen) Spiel die TGM SV Jügesheim die SG Anspach mit 4:1.

Der FV Bad Vilbel, soviel ist klar, braucht einen Punkt, um wenigstens in die Relegation zu kommen. "Ganz Bad Vilbel muss unserer jungen Mannschaft den Rücken stärken und ihr dabei helfen, den Gang in die Gruppenliga abzuwenden.
Gemeinsam können wir es schaffen", sagt Trainer Andreas Pfaff, der einst selbst als Torjäger mit den Wetterauern den Aufstieg in die Oberliga geschafft hatte. Die jetzige Mannschaft hat in den bisher 13 Partien, seit Pfaff seinen Vorgänger Stefan Scholl abgelöst hat, Höhen und Tiefen erlebt, sich aber immer wieder die Chance auf den Klassenerhalt offen gehalten. Zuletzt glückte ein fast nicht für möglich gehaltener Sieg beim Tabellenzweiten Rot-Weiß Darmstadt.

Auch beim FC Kalbach zittert man dem Saisonfinale entgegen. Im zweiten Jahr in Hessens zweithöchster Spielklasse wurden mit Gültekin Cagritekin und Zoran Puljic zwei Trainer verschlissen, Puljic macht noch bis zum Rundenschluss als Spieler weiter. Gegen die Spvgg. Neu-Isenburg ist das Minimalziel ein Punkt, mit drei Zählern wäre der Klassenerhalt endgültig gesichert. Und dann könnten sich auch Präsident Klaus Fischer und Ex-Trainer Bernd Firle wieder aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und das Team an den neuen Coach Andreas Beese übergeben.
Die Spvgg. Neu-Isenburg ist heilfroh, dass sie ihre Aufstiegssaison unbeschadet überstanden hat. Dass sein Team in Kalbach mit halber Kraft auftritt, will Trainer Peter Hoffmann aber auf jeden Fall verhindern: "Wir müssen fair bleiben und noch einmal Gas geben." Als am vergangenen Wochenende mit dem FSV II und Rot-Weiß Darmstadt gleich die bestplatzierten Teams die Punkte gegen Abstiegskandidaten hergaben, hatte Hoffmann dafür gar kein Verständnis: "Man darf sich so nicht gehenlassen. Wir werden uns jedenfalls reinknien und mit gutem Gewissen in die Sommerpause gehen."

Etwas gutzumachen hat die Spvgg. Griesheim, die sich zuletzt beim 2:5 gegen Somborn aus Sicht ihres Trainer Manfred Meyer doch arg hatte hängenlassen. In Seligenstadt gibt es nun die Chance, den eigenen Ruf wieder etwas aufzupolieren. Der Tabellendritte schielt noch nach dem Relegationsplatz und stellt für die Frankfurter vielleicht noch einmal eine besondere Herausforderung dar.

Berndroth trainiert "nur" noch die FSV-Reserve. Zuletzt hatte sich der Meister und Aufsteiger bei der Niederlage in Dornheim nicht gerade mit Ruhm bekleckert, zum Saisonabschluss empfängt die U 23 des FSV Frankfurt nun die Spvgg. Oberrad. "Wenn Vilbel bei Rot-Weiß Darmstadt gewinnen darf, darf auch Dornheim gegen uns gewinnen. Wir haben uns angestrengt, aber Dornheim hat hart gearbeitet und sich die Punkte verdient. Bad Vilbel soll es halt am Samstag besser machen, dann reicht es ja", sagt FSV-Coach Ramon Berndroth. Durch den Klassenerhalt der Profis hat nun übrigens auch er Gewissheit, wie es in der kommenden Saison weitergeht. Gerhard Kleppinger und Manfred Binz werden Chefcoach Tomas Oral vertreten, wenn der montags bis mittwochs beim Fußballlehrer-Lehrgang in Köln die Schulbank drückt, Berndroth wird künftig für die U 23 und die Ausbildung der Jugendtrainer zuständig sein. Eine Degradierung? "Das kann man so oder so sehen, ich empfinde es nicht so", sagt der 57-Jährige. Und was den neuen Kader angeht, genieße das Profiteam ganz klar Vorrang: "Wir sprechen mit vielen Talenten, auch mit denen aus unserer A-Jugend, sind aber auch davon abhängig, wie jung die Neuzugänge im Profikader sind. Das wird alles noch dauern."
Die Spvgg. Oberrad ist am Ende der Saison weit von ihrer Bestform entfernt. Für die kommende Runde kündigte Spielausschuss-Boss Klaus Ratsch bereits fünf Neuzugänge an, spruchreif ist die Rückkehr von Dominik Tischner von Rot-Weiss Frankfurt, dem zwei weitere Spieler der "Roten" folgen werden. Mesut Bayram wird Oberrad nach vier Jahren verlassen. Man habe sich mit ihm finanziell nicht einigen können, erklärte Ratsch. Gesucht wird nun noch ein Stürmer und ein Mann für die linke Außenbahn.(rst)

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