Fit werden am Riedberg
Riedberg / Kalbach. Die ersten Sportplätze am Riedberg sollen 2012 oder 2013 fertiggestellt werden. Westlich der Altenhöferallee ist direkt an der L 3019 ein Grundstück dafür vorgesehen. "In erster Linie werden dort Fußballfelder, Vereinsräume, Umkleiden und rund 80 Stellplätze gebaut", erklärt Jürgen Buseck, Abteilungsleiter im Sportamt, bei der Sitzung des Ortsbeirates 12. Rund 5,2 Millionen Euro stünden dafür zur Verfügung.

Während der Vorsitzende des Fußballclub (FC) Kalbach, Thomas Hartmann, die Stadt auffordert, die Plätze so schnell wie möglich zu bauen, weist CDU-Mann Ingo Warnebold auf die jüngste Umfrage der Interessengemeinschaft (IG) Riedberg hin. "Die überwiegende Mehrheit der Anwohner wünscht sich Leichtathletik."

"Sportplätze sind erforderlich, wenn der Stadtteil 7000 Einwohner hat", sagt Buseck. Diese Zahl sei für 2012/2013 prognostiziert. "Spätestens dann gehen die Sportstätten in Betrieb. Möglicherweise sogar ein Jahr früher." Zurzeit würden Lärmschutzanalysen für das angrenzende Wohngebiet "Altkönigblick" erstellt. "Der Bebauungsplan sieht einen vier Meter hohen Lärmschutz vor. Er besteht wohl aus einer begrünten Wand", informiert Jochen Krehbiel vom Stadtplanungsamt. Aber auch passiver Lärmschutz an den Häusern sei denkbar. "Er ist nicht sichtbar, aber teurer."

Außerdem stehe ein Strommast der Deutschen Bahn auf dem Gelände, sagt Buseck. "Nach neuesten Erkenntnissen kann er stehen bleiben. Die Leitungen müssen aber angehoben werden, um den gesetzlichen Mindestabstand vom Spielfeld zu haben." Auch andere Plätze lägen unter Hochspannungsleitungen, etwa in Rödelheim. Eine Verlegung des Mastes koste weit mehr als eine halbe Million Euro, sagt der stellvertretende Projektleiter der "Hessen Agentur", Rainer Müller. Geld, das dann wiederum für den Bau der Sportplätze fehle.

Für die Nutzung am Tagesende sieht der Bebauungsplan laut Buseck ein Ende um 21 Uhr vor. "Ich denke, man kann mit dieser Einschränkung leben." Weil der Dienst der Platzwarte auf städtischen Sportanlagen um 21 Uhr ende, ende das Training dort bereits um 20.30 Uhr.

Aus Reihen der Zuhörer kommt die Anregung, für die geplante weiterführende Schule sei eine Leichtathletikanlagen mit einer 400-Meter-Laufbahn notwendig. "Die Schule erhält sicherlich keine eigenen Sportstätten." Auch ein Vertreter des TV Kalbach plädiert für den Bau einer solchen Anlage. So etwas gebe es zurzeit im Frankfurter Norden nicht. Im Sommer müssten die Kinder des Vereins weit fahren, um zu den Leichtathletik-Plätzen zu gelangen.

Bei der Planung von Sportstätten halte die Stadt immer Rücksprache mit dem Stadtschulamt und dem Hessischen Leichtathletikverband, sagt Buseck. Es gebe verschiedene Vorentwürfe. Einer sehe den Bau von zwei Sportfeldern, einem Kleinfeld und den zugehörigen Gebäuden vor. Werde um einen Platz herum eine Laufbahn gebaut, werde alles enger. "Aber auch dafür gibt es einen Vorentwurf."

Der FC Kalbach werde gerne die Betreuung der Sportstätten am Riedberg übernehmen, sagt Hartmann. Die Jugendabteilung platze aus allen Nähten, weil die Sportanlage am Hopfenbrunnen für den Landesliga-Club zu klein sei. Der Vorsitzenden des Elternbeirats und des Fördervereins der Grundschule Riedberg, Sabrina Geller, zufolge ist der Fußball-Boom unter den Schulkindern am Riedberg schlicht ungebrochen.

Der Sportplatz am Hopfenbrunnen soll künftig von der gleichnamigen Straße über eine 110 Meter lange und zwei Meter breite Rampe auch für Rollstuhlfahrer und mit dem Fahrrad erreichbar sein. Zurzeit gibt es dort nur eine steile Treppe. Die Pläne seien so gut wie fertig, sagt Silke Stoch-Reinhartz vom Amt für Straßenbau und Erschließung. Noch in diesem Herbst soll die Bau- und Finanzierungsvorlage erstellt werden. Bei weniger als einem Jahr Bauzeit, könnte die Rampe 2009 fertig werden - wenn die Landesregierung den Frankfurter Haushalt rechtzeitig genehmige. Bislang müssen die Fans von Gastmannschaften, die im Rollstuhl sitzen, zum Sportplatz hinaufgetragen werden.(hau)


Kommentar zum obigen Artikel "Fit werden am Riedberg"
Am 13.05.2008 16:11 von Bernd Süssemilch

Als Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des FC Kalbach (1. Schatzmeister) war ich an diesem Freitag sehr interessierter Zuhörer der Veranstaltung.
Dass die neue Sportanlage am Riedberg so schnell nicht kommen wird, war im Vorfeld als auch in der Veranstaltung erkennbar. Bei der Langwierigkeit von Projekten dieser Art ist die Realisierungsphase von 5 - 6 Jahren erkennbar; auf das Ansteigen von Einwohnern zu warten (man spricht von 7000 Einwohnern bis 2012/2013) und die Benutzung dieser Sportanlagen eben ab diesem Zeitraum zu ermöglichen, lässt uns an der Ernsthaftigkeit dieser Projekte zweifeln.
Zwischenzeitlich kommen ja auch Bedarfsanmeldungen für Leichtathletik und auch noch Tennis hinzu. Vom Lärmschutz für die anliegenden Anwohner ganz zu schweigen.

Aktuelle Probleme beschäftigen uns genauso: Die Zugangsmöglichkeiten zum derzeitigen Sportgelände "Am Hopfenbrunnen" sind seit geraumer Zeit im ganz kritischen Mittelpunkt. Der Zugang ist nur über eine steile Treppe möglich. Behinderte, Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen können die Sportanlage schwerlich betreten. Es ist immer tatkräftige Unterstützung erforderlich.
Für die nun vorgestellte Rampe gibt es nunmehr auch eine Jahreszahl 2009 als frühesten Termin der Fertigstellung. Die vorsichtig aufgezeigten Kosten (T€ 385) haben mehr als ein Kopfschütteln hervorgerufen.

Durch die Neugestaltung des Gewerbegebietes "Am Martinszehnten" ist auch eine erhebliche Zahl an Parkplätzen weggefallen. Ersatz wurde auf einem derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Gelände zwischen Autobahn und Sportanlage offeriert. Nur, wann dies realisiert wird, steht in den Sternen.

Diese beiden Dinge sind schon seit einigen Jahren in der Planung. Realisierung????? Man wird das Gefühl nicht los, beruhigende Worte reichen doch schon mal aus, irgendwann fragt (hoffentlich) keiner mehr danach.

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