Unter Hochspannung
Hessenagentur will Strommast am geplanten Kunstrasenfeld nicht abbauen Riedberg. "Der Bedarf an Sportflächen ist da", betont Markus Schaufler vom Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) zur Förderung des Riedbergs. Die Sporthalle in der Grundschule Riedberg "ist fast vollständig ausgebucht", erzählt er. Rund 2400 Menschen leben derzeit in dem Neubaugebiet.

Viele von ihnen treiben in der Freizeit Sport. Aber auf die geplanten Fußballplätze nordwestlich der Altenhöferallee müssen sie noch etwa vier Jahre warten, bis der Stadtteil rund 7000 Einwohner zählt. Erst dann werde die Sportanlage benötigt, sagt Dierk Hausmann vom Stadtplanungsamt. Grob geschätzt wird der Bau 3,6 Millionen Euro kosten.

Außerdem sei noch zu klären, ob der Strommast auf dem Sportgelände verlegt werden soll. Der Mast stelle keine Gefahr dar, "weil er nicht auf dem Feld steht und niemand darum herum dribbeln muss", argumentiert Fritz Brakhage, Sprecher der Hessenagentur.

Anders sieht das Jürgen Buseck vom Sportamt. Der Strommast sollte weg, weil er besonders für Jugendliche eine Gefahr berge. Auf städtischen Sportanlagen stünden in der Regel keine Strommasten, betont der Leiter der Sportabteilung. Aber sein Amt könne der Hessenagentur lediglich raten, den Mast zu verlegen.

Laut Hausmann werde bei den Planungen auch über eventuelle Lärmschutzmaßnahmen entschieden. Einen gewissen Lärmpegel müssten die Anwohner, die in der Nähe von Sport- oder Spielplätzen leben, jedoch in Kauf nehmen. Ein Schallschutz könne unter anderem durch die Stellung des geplanten Funktionsgebäude oder andere, weitergehende Maßnahmen erreicht werden.

Unterdessen haben viele umliegende Vereine Interesse an dem Platz bekundet, sie wollen ihn gerne nutzen. "Die allerbesten Karten hat der FC Kalbach", sagt Buseck. Denn der gehöre dem gleichen Ortsbezirk an, pflege das eigene Sportgelände "richtig gut und platze aus allen Nähten".

Im Winter müssen sich in Kalbach 15 Mannschaften eine Hartplatz teilen. Doch auch auf dem Riedberg überlegen einige, einen eigenen Sportverein zu gründen. So denkt die IG Riedberg darüber nach, eine Sportabteilung aufzubauen. "Dann müsste nicht extra ein neuer Verein gegründet werden", bemerkt Schaufler. An eine Zusammenarbeit mit dem FC Kalbach wären sie dabei durchaus interessiert.


SPORT IM FREIEN
Zwei Fußballplätze nordwestlich der Altenhöferallee will die Hessenagentur bis 2012 anlegen.

Die Hessenagentur ist der Bauherr. Nach der Fertigstellung übernimmt das Sportamt die Betreuung des Fußballplatzes.
  Das Sportamt entscheidet, welcher Sportverein den Platz nutzen darf.

Neben einem Kunstrasenfeld sind Funktionsgebäude und Parkplätze vorgesehen. Derzeit werden wegen der angrenzenden Wohnbebauung Lärmschutzmaßnahmen geprüft.


(Artikel von Franziska Schubert)

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