FC Kalbach: Aufstieg als Lohn der guten Arbeit
Frankfurt. Am «Tag der Arbeit» wurde bei den Fußballern des FC Kalbach groß gefeiert. Mit einem 3:1 gegen Viktoria Preußen wurde das Team von Trainer Bernd Firle am 1. Mai, also schon fünf Spieltage vor Saisonende, Meister der Bezirksliga Frankfurt. 18 Punkte betrug zu diesem Zeitpunkt der Vorsprung auf die Verfolger, am Ende waren es 16 auf die «Preußen», die später die Relegation gewannen und somit in der ersten Bezirks-Oberliga-Saison des FC Kalbach wieder zu dessen Gegnern zählen.

Der Höhenflug des Clubs aus dem Frankfurter Norden ist das Ergebnis kontinuierlicher Aufbauarbeit, wie der Sportliche Leiter Klaus Fischer stolz feststellt. Noch vor vier Jahren entging der FC Kalbach nur relativ knapp dem Abstieg aus der Kreisliga A. «Damals haben wir gesagt, wir müssen etwas tun. Da haben wir jahrelang so gute Arbeit gemacht, besonders im Nachwuchsbereich, und dann das», so Fischer.

Es wurde damit begonnen, ehemalige Jugendspieler zurückzuholen und die Mannschaft gezielt zu verstärken. Und unter dem damaligen Trainer Peter Rosemann wurde am Ende einer spannenden Saison tatsächlich der Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Dank harter Arbeit auf dem Trainingsplatz und im Verein, aber auch dank einigem finanziellen Aufwand (Fischer: «Wer heute nicht bezahlt, der kommt nicht weit») wurde die Erste Mannschaft zu einer festen Größe in der Bezirksliga. «Es ist aber nicht wahr, dass in Kalbach Unsummen gezahlt werden», stellt Fischer klar: «Wir bezahlen nach Leistung». Möglich werde das durch das Engagement mehrerer Gönner. «Es gibt nicht den einen großen Sponsoren», verrät Fischer, «und das ist gut so». Stolz ist man beim FC Kalbach darauf, dass man einen Teil des nötigen Geldes selbst verdient, etwa mit Veranstaltungen und der Verpachtung des Vereinsheims. «Und wir investieren nicht nur in die Erste Mannschaft, sondern natürlich auch in die Jugend», so der 51-Jährige.

Schon zur Saison 2002/03 hatte sich der Vorstand vorgenommen, den Verein mittelfristig in die Bezirks-Oberliga zu führen. Zuletzt wurde das unter Horst Menje verpasst. «Was aber nicht am Trainer lag. Er war einer der Besten, den wir je hatten», stellt Fischer klar. Es habe damals «einfach nicht alles gepasst».

Vor einem Jahr wurde das Team also noch einmal verstärkt. Beispielsweise mit Rückkehrer Sebastian Spisla (SG Ober-Erlenbach) und Gültekin Cagritekin (VfR Kesselstadt) wurden höherklassig erfahrene Spieler angeworben. Insgesamt, so Fischer, sei die Mannschaft aber jung und mit vielen ehemaligen Kalbacher Jugendspielern besetzt gewesen. Die zurückliegende Saison, in der Kalbach nur zwei Partien verlor, bestätigte das gute Gespür der Verantwortlichen bei der Zusammenstellung des Kaders.

Zumindest was die Namen der Neuzugänge angeht, muss sich das Team auch in der kommenden Runde nicht verstecken. Mit Samer Softic und Özgür Kocak kommen zwei schon in der Landesliga bewehrte Akteure von Rot-Weiss Frankfurt, und der zuletzt beim KSV Klein-Karben aktive Mittelfeldspieler Milan Colak bringt sogar Oberliga-Erfahrung mit. Außerdem kehrt Keeper Thomas Prätorius vom Landesliga-Absteiger Ober-Erlenbach zurück und Vincenzo Piana kommt vom A-Ligisten TSG Nieder-Eschbach. «Ich denke wir haben wieder eine gute Mischung gefunden», meint Klaus Fischer, der sich auf die vielen Duelle gegen benachbarte Vereine freut: «Für uns sind ja auch Spiele gegen Königstein und Steinbach so etwas wie Derbys».

Neben einem steigenden Zuschauerzuspruch – bisher waren es 100 bis 150 pro Spiel – erhoffen sich die Verantwortlichen noch etwas mehr Akzeptanz im eigenen Verein und im Umfeld. «Einige haben schon Probleme mit dem Umbruch. Was wir uns sportlich vorgenommen haben, wird nicht von allen angenommen», bestätigt Klaus Fischer, der selbst neugierig und der neuen Aufgabe gegenüber offen ist: «Die Bezirks-Oberliga ist eine andere Welt. Wir wollen es halt Mal probieren, da oben zu spielen». Und schlecht schätzt der Sportliche Leiter die Chancen gar nicht ein. «Es wird schwer, aber es ist machbar», sagt er im Hinblick auf den angestrebten Klassenerhalt. Und weil die Mannschaft nicht wieder 78 Punkte erreichen werde, «lohne» sich der Aufstieg sogar finanziell: «Denn da sparen wir ja die Siegprämien».

(Artikel von Roland Stipp)

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