Amateure: Ausbildungsentschädigung abgelehnt
Oldenburg. Ausbildungsentschädigungen im Amateurfußball verstoßen gegen das Grundrecht der Berufsfreiheit. Mit dieser Begründung hat das Landgericht Oldenburg eine Klage des VfB Oldenburg gegen den Oberligaclub SV Wilhelmshaven auf Zahlung von 7677,66 Euro zurückgewiesen. Nach den Richtlinien des DFB und des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) hätte der SV Wilhelmshaven das Geld für fünf Oldenburger Nachwuchsspieler zahlen müssen, die 2003 zum SVW gewechselt waren.

Der SV Wilhelmshaven hatte die Zahlung aus grundsätzlichen Erwägungen verweigert und wurde in seiner Auffassung bestätigt. Die Richter lehnten die Forderung des VfB Oldenburg unter Hinweis auf Artikel 12 des Grundgesetzes (Berufsfreiheit) ab. Der Verein aus der Niedersachsenliga hatte schon vor dem Urteil erklärt, den NFV regresspflichtig zu machen, sollte er die Ausbildungsentschädigungen nicht einklagen können.

Das Landgericht hob hervor, dass der DFB und der NFV mit ihren Regeln für so genannte Nicht-Amateure ohne Lizenz zwar den Vorgaben der Fifa folgen würden. Die Fifa sei aber eine privatrechtliche Organisation, deren Regeln nationales Recht nicht aufzuheben vermögen. Offen ist noch, ob eine Berufung beim Oberlandesgericht Oldenburg zugelassen wird.

Rechtsanwalt Scholz, der die SVW-Interessen vertritt und der das umstrittene System der Ausbildungs- und Förderentschädigung als «verkappte Ablösesummen» bezeichnet, sprach von einem Urteil mit grundsätzlicher Bedeutung. Er rechnet damit, dass nun auch andere Vereine Forderungen stellen werden, die bisher gezahlt haben.(dpa)

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